Farbige Holzfassaden im urbanen Kontext

Holzfassadenbloomimages

Das Bauen mit Holz erlebt seit Jahren einen neuen Aufschwung und eine besondere Aufmerksamkeit im baukulturellen Zusammenhang. Nicht zuletzt trägt hierzu ein derzeit intensiv geführter und gesellschaftlich notwendiger Diskurs über den Beitrag der Bauwirtschaft zur sichtbaren und spürbaren Klimaveränderung des Planeten Erde und deren Folgen bei. Dabei kommt, neben dem nachhaltigen Einsatz von Holzwerkstoffen beim Bauen in der Stadt, auch dem Thema der Farbigkeit zunehmend wieder eine bedeutendere Rolle zu. Farbe kann die Akzeptanz und kontextuelle Einfügung von Holzbauten in gewachsene städtische Quartiere erleichtern – so die These dieses auf Farbe bei Holzfassaden im urbanen Kontext fokussierten Forschungsprojekts.

Ein exemplarisches großes innerstädtisches Bauvorhaben des innovativen Münchner Projektentwicklers bauwerk für Wohnen und gewerbliche Nutzungen gleichermaßen, entsteht derzeit in einem Gründerzeit- und Nachkriegsquartier in München-Neuhausen. Das Projekt der Architekten von allmannwappner bietet mit seiner architektonischen Konzeption und seinen gestalterischen Absichten in Form eines Holzhybridbaus eine perfekte Ausgangslage für diese spezifisch wissenschaftliche Untersuchung, welche bauwerk an der Professur für Entwerfen und Baukonstruktion am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in Auftrag gegeben hat und welche über die KIT Campus Transfer GmbH KCT und den Förderverein für Innovation am KIT e.V. fachgerecht abgewickelt wurde.

Holzfassaden Uwe Dettmar

Sowohl im sich derzeit in der Realisierung befindlichen Bauprojekt als auch in der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit geht es neben historischen, gestalterischen, baukonstruktiven und weiteren technischen und architektonischen Gesichtspunkten auch um die vielfältige Wirkung von „Farbe am Bau“ auf das Erleben und Verhalten der Menschen. Farbe ist und war schon immer ein besonderes Kommunikationssystem im Zusammenhang mit der menschlichen Sehfähigkeit. Der Betrachter erhält über den Werkstoff Holz als auch das Farbbild eine Reihe an baukulturell geprägten Informationen wie zum Beispiel über Regionalität, Klima, Wohlstand, Fortschritt, Bildung und handwerkliche Traditionen.

Diese Kenntnisse und der Schub für das Bauen mit Holz in der Stadt bilden zusammengefasst den Nährboden für eine erfolgreiche Renaissance und Zukunft eines wiedererwachten farbigen Holzbaus in der europäischen Stadt. Mithilfe dieser wissenschaftlichen Untersuchung und Zusammenfassung soll an einem aktuellen Bauprojekt in München aufgezeigt und Mut gemacht werden, diese reaktivierte Tradition fachlich, inhaltlich und sinnlich anzureichern und somit erfolgreich auch unter den derzeit viel diskutierten Gesichtspunkten eines nachhaltigen und zukunftsweisenden Bauens mit Holz weiter voranzubringen und positiv zu konnotieren.

Zum PDF

Broschüre