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Wintersemester 2018/19

ENTWURF/SEMINAR SYNAGOGE_FEUERWEHR_UND NUN ? vom Umgang mit dem jüdischen Bauerbe

Entwurf mit baugeschichtlichem Seminar

Architektur zu entwerfen stellt uns vor komplexe Fragestellungen, die weit über das Projekt hinausreichen. Dies gilt besonders, wenn wir uns mit einem Areal beschäftigen, auf dem in der Reichspogromnacht eine Synagoge niedergebrannt wurde. Als wäre das nicht genug, residierte genau an dieser Stelle bis heute die Feuerwehr, eben jene Institution, die durch ihre Untätigkeit die damaligen Verheerungen erst möglich machte. Das dort errichtete Gebäude genügt nicht mehr den Anforderungen und wird durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt. Die Vergangenheit holt damit Bruchsal wieder ein. Wie geht man um mit einem so attraktiven Anwesen, inmitten der Stadt gelegen und mit dieser außerordentlichen historischen Last? Muss das Feuerwehrgebäude als Schandfleck endlich abgerissen werden, oder ist es gerade deshalb zu erhalten? Ist es überhaupt möglich das Grundstück weiter zu nutzen?
Der Entwurf und die dazugehörige Vertiefung ist mit einem baugeschichtlichen Seminar verknüpft.  In einer Kompaktphase zu Beginn werden geschichtliche und kulturelle Hintergründen, vergleichbarer Projekte und Situationen dargestellt. Auch die Bedürfnisse und Interessen vor Ort werden betrachtet. Die Lehrveranstaltung ist in das durch die Stadt Bruchsal initiierte Verfahren zur Abklärung des künftigen Umganges mit dem Areal eingebunden. Die Teilnehmer erarbeiten ein Nutzungskonzept und Programm, das die Grundlage für das Entwurfsprojekt darstellt. Im Rahmen der Entwurfsvertiefung wird beispielhaft die Konstruktion und die Materialisierung des Projektes dargestellt.
Weder Seminar noch Entwurf können einzeln belegt werden. Mit der Anmeldung für die Veranstaltung im Wahlverfahren ist die Vergabe der Entwurfs- und Seminarplätze verbunden. Sie besteht aus den Modulen Entwurf, 12 ETCS, Vertiefung des Entwurfes, 4 ETCS, und Baugeschichtliches Seminar, 4 ETCS.
Das den Entwurf begleitende Seminar bietet Einblicke in die jüdische Kultur und den Synagogenbau. Analysiert werden auch die bisher unternommenen Versuche, einen Umgang mit ehemals mit Synagogen bebauten Grundstücken zu finden. Die Teilnehmer bekommen dadurch den nötigen wissenschaftlichen Ausgangspunkt zur Bearbeitung ihrer Umnutzungskonzepte. Die in der Anfangsphase stattfindende, über drei Tage verteilte Blockveranstaltung ermöglicht einen intensiven Auftakt, so dass die erarbeiteten Nutzungskonzepte in der anschließenden Entwurfsphase architektonisch entwickelt werden können. Die Vertiefung bietet die Gelegenheit, die konstruktive Durchbildung und die angemessene Materialisierung des Entwurfskonzeptes beispielhaft darzustellen.

 

TERMINE
Donnerstag, 18. Oktober, 15:00 Uhr, Raum 240
Kompaktphase 24. bis 27. Oktober
Schlussveranstaltung 14. Februar 2019
Korrekturen jeweils Donnerstags

 

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